Jesus Christus, der Auferstandene

Hausgottesdienste für die Kar- und Ostertage

Für die Feier der Heiligen Woche und des Hohen Osterfestes zu Hause liegen Hefte mit Hausgottesdiensten in der Kirche zum Mitnehmen aus oder stehen hier zum Download bereit.

Zur Geschichte der Wittichenauer Kolpingsfamilie

Im Jahr 1881 kam es auch in der Katholischen Pfarrgemeinde von Wittichenau zur Gründung eines Katholischen Gesellenvereins durch den damaligen Pfarrer Schneider. 1882 kam Kaplan Robert Krause, der mit Kolping noch zu dessen Lebzeiten in Briefkontakt gestanden hatte, nach Wittichenau und übernahm das Amt des Präses. Im selben Jahr wurde der Gesangsverein (späterer Gesellenchor) gegründet. Neben der aktiven Teilnahme am kirchlichen Leben gab es immer auch kulturelle Veranstaltungen des Gesellenvereins z.B. Theaterstücke, Gesangsvorführungen, Adlerschießen oder Maskenumzüge zum Fasching.

Nach der Machtergreifung Hitlers wurden die Aktivitäten der Gesellenvereine allgemein unterdrückt. 1934/35 wurde Kaplan Theophil Fuchs neuer Präses. Er hatte die schwierige Aufgabe, die Festlegungen des Reichsverbandes zur Umbildung des Gesellenvereins in die Kolpingsfamilie umzusetzen.

Zu Zeiten der DDR waren die Rahmenbedingungen für die Kolpingsfamilie ebenfalls nicht günstig. Sie durfte sich nur im innerkirchlichen Raum betätigen.

Trotzdem hat die Kolpingsfamilie Wittichenau stets weiter bestanden und gewirkt und konnte so im Jahr 2006 ihr 125jähriges Jubiläum als großes, schönes Gemeindefest feiern. Neben vielen Vertretern befreundeter Kolpingsfamilien nahm auch der Generalpräses Msgr. Axel Werner daran teil.

Wer war Adolph Kolping?

Adolph Kolping wurde 1813 in Kerpen bei Köln geboren. Nach einer glücklichen Kindheit in ärmlichen Verhältnissen wurde er zunächst Schustergeselle und erlebte so hautnah die massiven sozialen Probleme des beginnenden Industriezeitalters. Er war entsetzt von den oft menschenunwürdigen Lebensbedingungen und Lebensweisen der meisten Handwerksgesellen, die er während seiner Wanderschaft kennen lernte. Mit tiefer Armut, sklavischer Arbeitsausbeutung und allgemeiner Verelendung verbanden sich für viele junge Männer geistige Verwahrlosung und Apathie zu einem Milieu, das kaum Hoffnung auf ein sinnerfülltes Leben gab.

Kolping entschied sich, Priester zu werden, wurde 1845 geweiht und kam als Kaplan nach Elberfeld. Dort wurde er 1847 zum zweiten Präses des 1846 von dem Lehrer J. G. Breuer gegründeten katholischen Jünglingsvereins (später: Katholischer Gesellenverein) gewählt, der seinen Mitgliedern insbesondere in den Wanderjahren fern von zu Hause, soziale Unterstützung, Bildung, Geselligkeit und einen religiösen Halt gab. Der Verein sollte den wandernden Gesellen einen ähnlichen Halt geben, wie ihn nach Kolpings Überzeugung sonst nur die Familie bot. In der Verbreitung dieser Idee fand Kolping seine Lebensaufgabe. Er initiierte auch Gesellenhospize, die für die Mitglieder „ein Familienhaus sein sollten, in dem sie gewissermaßen ihre Familie, gleichgesinnte und gleichberechtigte Freunde wiederfinden und mit ihnen in inniger freundschaftlicher Weise zusammenleben.“ Die Gesellenhäuser waren deshalb nicht nur wohnliche Herberge, sondern auch Schule, die es den jungen Handwerkern ermöglichte, sich religiös, politisch und fachlich zu bilden. Außerdem sollten sie Gelegenheit zur Geselligkeit geben.

Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit arbeitete Kolping auch als Schriftsteller und Journalist. Er sah in der Pressearbeit eine Möglichkeit, die Missstände des 19. Jahrhunderts und insbesondere die wirtschaftliche wie auch seelische Not vieler Menschen aufzuzeigen, um sie zu lindern.

Kolping starb 1865 mit 52 Jahren. Zu dieser Zeit gab es bereits über 400 Katholische Gesellenvereine, auch in zahlreichen Ländern Europas und in Übersee.

Kolping setzte auf sozialen Wandel durch Veränderung des Menschen. Sein Bemühen um Hilfe für Menschen in Not sollte nach seinem Menschenverständnis stets nur „Hilfe zur Selbsthilfe“ sein.

„Tüchtigkeit“ war ein zentraler Begriff und Ansatz Kolpings: Der Einzelne soll als Christ im Beruf, in der Familie und in der Gesellschaft tüchtig sein bzw. Tüchtigkeit erwerben, um dann sein Leben entsprechend zu gestalten und damit die gesellschaftliche Realität mitzuprägen und zu verändern.

Als katholischer Seelsorger und Sozialreformer hat Adolph Kolping der Kirche den Weg der sozialen Seelsorge gewiesen und vorgelebt.

Am 27. Oktober 1991 wurde Kolping von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Der Heiligsprechungsprozess dauert an.

Das Kolpingwerk existiert heute weltweit in über 50 Ländern als moderner katholischer Sozialverband.